Der Mensch in all seinen Bezügen zur Umgebung steht bei der tiefenpsychologisch, individualpsychologischen Betrachtung im Mittelpunkt.
Er ist unteilbar mit seiner Umgebung verbunden und nur im Zusammenhang mit seiner familiären und gesellschaftlichen Sozialisation in seinen jeweiligen Stärken und Schwächen zu verstehen. Dies macht alle Menschen einzigartig und gleichwertig. Die Individualpsychologie sieht den Menschen als aktiv handelndes – nicht triebbestimmtes – Wesen. Er trifft Entscheidungen, er ist schöpferisch tätig und er ist für seine Handlungen selbstverantwortlich. Sein Handeln ist bestimmt durch das Bemühen, zielgerichtet aus einem individuell gefühlten Zustand der Minderwertigkeit hin zu einem Zustand von Vollkommenheit zu gelangen.


Alfred Adler blieb bei der Entwicklung seiner Theorie nicht beim Umgang mit psychisch gestörten Menschen stehen, sondern er bezog den „normalen“ Menschen in seine Überlegungen mit ein. Gerade darin, auch im Umgang mit nicht psychisch gestörten Menschen anwendbar zu sein – also auf Menschen die in alltäglichen Situationen handeln, liegt die Stärke der Individualpsychologie.

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