Der Defibrillator ist die ständige Erinnerung, an einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu leiden. Auch wenn die meisten Patienten vor der Implantation bereits schwer herzkrank waren, ist die neue Erfahrung, von dem Defibrillator existentiell abhängig zu sein, ein dramatischer Eingriff in die Psyche.
Mit der Implantation des Defibrillators trägt der Patient das Bewusstsein mit sich, dass sein Leben am „seidenen Faden“ hängt. Ein kleines Gerät entscheidet in der kritischen Situation, ob er weiter leben kann oder stirbt. Die Angst vor dem Tod spielt für die Patienten eine entscheidende Rolle. Der Betroffene weiß, dass sein Herz schwer geschädigt ist. Ein Großteil der Patienten hat bereits vor der Defibrillator-Implantation todesähnliche Erfahrungen gemacht. Auch durch Nachuntersuchungen sowie durch Schockentladungen fühlen sich die Defibrillator-Patienten wieder in Todesnähe. Die hierdurch induzierten Ängste nehmen gewöhnlich mit wachsendem Vertrauen auf das Gerät im Langzeit-Verlauf ab bzw. können verdrängt werden.

„Ich dreh noch durch. Ich spüre doch, dass meinem Herzen nicht in Ordnung ist. Ich bilde mir doch nicht ein, dass manchmal mein Herz unregel-mäßig schlägt oder manchmal mein Puls auf einmal ohne Grund in die Höhe schnellt, das ist keine Einbildung, das ist eine Tatsache.“


Sie haben ganz Recht. Diese Symptome sind real. Es gibt eine ganze Reihe sogenannter funktioneller Herzrhythmusstörungen. Funktionell heißt, dass diese keine organische Ursache haben, sondern psychisch bedingt sind. Bedenken Sie, Stress, körperliche Belastung, emotionale Belastungen, aber auch seelische Konflikte  schlagen bei manchen Menschen auf den Magen, andere bekommen Rückenschmerzen oder auch Herzbeschwerden. Bei Ihnen wirken sich diese Belastungen vielleicht eher auf Ihr Herzkreislaufsystem aus.
Ihr Arzt hat bereits festgestellt, dass bei Ihnen keine organischen Veränderungen bzw. erkennbare Schädigungen an Ihrem Herzen vorliegen. Es handelt sich dann bei Ihren Symptomen um ungefährliche Reaktionen. Zu diesen Reaktionen gehören Symptome wie verstärktes Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, erhöhter Blutdruck und Extrasystolen, d.h. Herzschläge, die quasi aus der Reihe tanzen und als besonders bedrohlich empfunden werden.
Einen besonderen Einfluss auf unser Herzkreislaufsystem haben Gefühle wie Angst und Panik.

"Mein Herz schlägt schneller,...hoffentlich bekomme ich jetzt keinen Herzinfarkt." Die Herzfrequenz steigt, der Betroffene bekommt ein beklämmendes Engegefühl. Er sagt sich: " Oh Gott, jetzt kann mir niemand helfen, jetzt bekomme ich einen Herzinfarkt"..., die Angst steigert sich und es kommt Atemnot und Schwindel dazu...

Herzangst, es fühlt sich echt an: Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen, Atemnot und Todesangst lassen einen Herzinfarkt vermuten. Wiederholte Untersuchungen ergeben keine krankhaften körperlichen Befunde.

Die Ärzte veranlassen einerseits immer mehr Untersuchungen, andererseits erklären sie den Patienten für “gesund”. Es ist ein Glück, wenn der Patient auf einen Arzt trifft, der ihn rundum ernst nimmt und ihm sagt: " Ihr Herz ist gesund ist. Aber dennoch sind Sie ‘krank’. Ihre Seele zeigt Ihnen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie leiden an einer Herzneurose."