Problemstellungen

Der Defibrillator ist die ständige Erinnerung, an einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu leiden. Auch wenn die meisten Patienten vor der Implantation bereits schwer herzkrank waren, ist die neue Erfahrung, von dem Defibrillator existentiell abhängig zu sein, ein dramatischer Eingriff in die Psyche.
Mit der Implantation des Defibrillators trägt der Patient das Bewusstsein mit sich, dass sein Leben am „seidenen Faden“ hängt. Ein kleines Gerät entscheidet in der kritischen Situation, ob er weiter leben kann oder stirbt. Die Angst vor dem Tod spielt für die Patienten eine entscheidende Rolle. Der Betroffene weiß, dass sein Herz schwer geschädigt ist. Ein Großteil der Patienten hat bereits vor der Defibrillator-Implantation todesähnliche Erfahrungen gemacht. Auch durch Nachuntersuchungen sowie durch Schockentladungen fühlen sich die Defibrillator-Patienten wieder in Todesnähe. Die hierdurch induzierten Ängste nehmen gewöhnlich mit wachsendem Vertrauen auf das Gerät im Langzeit-Verlauf ab bzw. können verdrängt werden.